War die Software in den vergangenen Jahren eine Domäne von Nischenanbietern, so hat sich das Bild heute drastisch verändert. Alle namhaften Softwarehersteller bieten mittlerweile Programme für Fertigteilwerke an.

Die Bedürfnisse der einzelnen Werke unterscheiden sich aber deutlich voneinander. Viele Softwarehersteller versuchen, diese unglaubliche Vielfalt und Komplexität der Praxis mit großem Aufwand in ein einziges Programm zu pressen. Das Resultat sind völlig überladene Softwarepakete, die im Einzelfall nur zu einem Bruchteil verwendet werden können und, das ist das Kernthema, in den Details trotzdem immer wieder zu Kompromissen zwingen. Und oft verlieren Standardprodukte (z.B. Elementdecken) aufgrund Überkapazität ihre Wertschöpfung, Nischenprodukte werden forciert, Neuentwicklungen gesetzt. Oft mit wenig Erfolg.

Daher hat jeder Fertigteilhersteller, der neue Produkte auf den Markt bringt oder Verbesserungen an seiner Produktion vornimmt eigentlich kein Softwareproblem, sondern ein fachliches: Bewährung im Bauwesen.

Der Softwarehersteller sollte darauf eingerichtet sein: keine Problemlösungen versprechen, die auf dieser Ebene nicht zu leisten ist.

Die Entscheidungsträger in den Fertigteilwerken wären nun aufgefordert, alle am Markt befindliche Software auszutesten und sich für das am ehesten geeignete zu entscheiden. Dabei würden sie feststellen, dass man viel Ballast mitkaufen muss, den man eigentlich momentan nicht benötigt und die Anwender durch zahllose „Probeinstallationen“ mehr abschreckt als motiviert. Ständig bleibt die Frage offen, wie man zukünftige Umstellungen im Werk wie die Einführung von neuen Produkten wohl bewerkstelligen wird.
Hier sind eben die Entwicklungsstrategie und die Softwarekonzepte der Programmhersteller entscheidend: modularer Programmaufbau und schnelles Updateservice per Internet.